Ariana Mirza – Neue Westfälische 27.12.04


Les Hommes Sauvages präsentieren
Rock´n Roll noir

Dass „dunkler Rock´n Roll“ sehr melodisch klingen und geradezu hypnotisch wirken kann, beweist die Berliner Band Les Hommes Sauvages. Mit spielerischer Leichtigkeit kombinieren „Die wilden Menschen“ verwandte und scheinbar gegensätzliche Stilrichtungen. Da wird in einem Song Glamrock mit Bluegrass und Country-Elementen verbunden. Während sich im nächsten Stück Neo-Western Rock, Swingzitate und Chansonmotive mühelos zusammen fügen. Gesungen wird zweistimmig und auf deutsch, englisch oder französisch, eben der Sprache, nach der der jeweilige Song verlangt.

Die Kompositionen von Viola Limpet (Ex-Tumbling Hearts) und Kristof Hahn (Ex-Swans) verbreiten gerne einen Hauch Melancholie, bitter-süß verführerisch. Und auch die dargebotenen Coverversionen, ob von Thin White Rope, Roxy Music oder Jacques Higelin, gewinnen in der Les Hommes Sauvages Interpretation immer ein Stück Sinnlichkeit hinzu. Dieser entspannte und morbid-erotische Sound, getragen vom zweistimmigen Gesang, ist – neben den atemberaubenden Soli des Gitarristen Kristof Hahn - das Markenzeichen der Band.

Soeben ist mit „Playtime“ die erste Platte erschienen und Les Hommes Sauvages konnten als Vorgruppe von Nick Cave in Berlin und Wien ihre Qualität als Liveband vor großem Publikum beweisen. Bei ihrem Auftritt im Bielefelder Extra komplettieren der kalifornische Bassist und Elektronik-Experte George Miller sowie der New Yorker Drummer Anthony Piretti die „kosmopolitische“ Band.


der bubblehouseprint - plattenrausch

23.01.2005


Les Hommes Sauvages

»Playtime«

2005 (Disques Sauvages, Glitterhouse)

Lineup: Viola Limpet - Vox, Git; Kristof Hahn - Git, Vox, Vib; Thomas Wydler - Drums, Vib, Perc; Adrian Hörcher - Bass; Eric Le Maréchal - Paroles; Special Guests: Chris Spedding - Git (4,7); Yoyo Röhm - Bass (7); Giles Schum - Harmonica (3,9); Martin Klingenberg - Trumpet (2,8)

Sinfonie einer Großstadt

von Paul Juchli


Es ist nicht 1927, und es handelt sich ebenso wenig um eine Filmkritik eines Klassikers des jungen Kinos. Aber es ist Berlin und den Schreibenden erreichen Klänge einer Band, von der noch einiges zu erwarten ist. Les Hommes Sauvages werden ganz sicher zu einem Klassiker im bohemen Plattenregal. Die Facetten des Gefühlszustandes eines modernen Großstadtbewohners reichen von dunkelster Schwere bis zum beschwingten Jauchzen, was aber nie so recht zu wirklich gelösten Höhenflügen losgelassen wird. Les Hommes Sauvages haben ihren Schützlingen zugeschaut und zugehört, nachgedacht und daraus sieben wunderbare Songs gemacht, die sie mit zwei Coverversionen, "Mr. Limpet" von Thin White Rope's und "Cigarette" von Jaques Higelin, garnierten. Das Ergebnis ist das grandiose Debut der bereits 1999 gegründeten Berliner Formation.


Das Repertoire von Les Hommes Sauvages umfasst englisch- sowie deutschsprachige Songs. Dazu gesellen sich zwei in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Eric Le Maréchal entstandene französische Songs. Das Debut der Band um Kristof Hahn (ehemals Gitarrist der Swans) und Viola Limpet (ehemals Sängerin der Tumbling Hearts) entstand unter tatkräftiger Hilfe des Nick Cave Schlagzeugers Thomas Wydler. Zudem gastiert Gitarrenlegende Chris Spedding (Roxy Music) bei zwei Stücken auf "Playtime", den man einst für die Neufassung von Lee Hazelwoods "Your Thunder And Your Lightning" erstmals gewinnen konnte.


Ganz entspannte, sachte Melodien verleihen dem Liedgut von Les Hommes Sauvages diesen so angenehmen, beobachtenden Charakter, als wollten sie dem Beteiligten im Zweikanalton das Geschehen parallel auch erzählen. Das passt ganz in die berichtende Tradition des gepflegten Chansons. Aber das allein wäre Les Hommes Sauvages zu wenig. Weit mehr Einflüsse lassen sich in ihrer sanften Art zu spielen erkennen. Im Gitarrenspiel, was jedem Song eindeutig die Note gibt, mischt meist der vollends überzeugende Hauch des Blues mit, der aber auch mal dem des Country weichen muss. Das ganze wird durch wunderbar zarte Drums, Percussions und einen schlichten, sehr zurückhaltenden Bass geführt, während das gelegentliche Einsetzen von Harmonika oder Trompete den ganzen Ohrenschmaus garnieren. Mit spielerischer Leichtigkeit lassen Les Hommes Sauvages ihren zweistimmigen Gesang Geschichten erzählen. Diese fast ausschließlichen Duetts setzen dem Besonderen natürlich die Krone auf.


Pass auf, Bewohner dieser Stadt! Streifst du wieder einmal durch die Straßen Berlins, ist es sehr wahrscheinlich, wenigstens eine Melodie von Les Hommes Sauvages auf den Lippen zu haben. Unbemerkt scheinen Les Hommes Sauvages an der nächsten Ecke zu stehen, begleiten die Stadt mit ihren Tönen und singen dir einen bohemen Song. Verweile einen Augenblick und rauche eine dazu.


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Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! – Das Flyer-Zine - seit 1999

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Album des Monats Januar 2005

Les Hommes Sauvages – Playtime (LP, Disques Sauvages, www.les-hommes-sauvages.org)


Erschien bereits Ende 2004, erreichte mich aber erst zu Beginn des neuen Jahres. Hörer der Sendung „Roots“ auf Radio Eins werden zumindest den Gitarristen und Hauptsongschreiber dieser Combo kennen. Wenn auch in vielen Fällen eher unbewusst. Kristof „Justice“ Hahn ist es nämlich, der für das wunderschöne atmosphärische Instrumentalstück, mit dem jede Roots Sendung beginnt, verantwortlich zeichnet. Seit den frühen 80er Jahren ist Kristof in der Berliner (West, muss man hier ergänzen) alternativen Rockmusikszene unterwegs. Alternativ steht hier übrigens nur als Abgrenzung zu Mainstream und etabliertem Muckertum, nicht als Genre Bezeichnung, wofür solch ein Wort gewiss nicht taugt. Vor allem mit den Legendary Golden Vampires aber auch mit Solo Platten und als Session und Live Gitarrist in diversen Bands machte Hahn immer mal wieder von sich reden. Seine Partnerin bei dieser nun auch schon seit einigen Jahren bestehenden leicht frankophilen Roots Rock Band hier ist Viola Limpet, die Insider noch als eine Hälfte der Tumbling Hearts kennen. Das war ein singendes, musizierendes Schwesternpaar, das mit viel Aplomb und einigem Charme so eine Art Roots Pop machte. Vergleichbar vielleicht dem was Holly Golightly heute so macht. Nun, auch das hier von Kristof und Viola gemeinsam mit Unterstützung weiterer Musiker eingespielte erste Album der „Wilden Menschen“ bezieht seine musikalische Stärke und Kompetenz aus ähnlichen Quellen, wie das schon die vorangegangenen Projekte der beiden taten. Die Platte ist dreisprachig. Die deutschen Songs lassen unwillkürlich an Element Of Crime denken. Glücklicherweise strahlen sie nicht so sehr diese Bedrückung aus, die Sven Regeners Songs sehr oft verbreiten. Trotz aller Melancholie ist da auch so ein Augenzwinkern. Eine Art Heiterkeit, die ich mit Ringelnatz z.B. verbinde. Die französischen Songs haben eigentlich wenig von Chanson oder anderem typisch Frankophilen. Vielleicht steckt da irgendeine persönliche Sache dahinter. Musikalisch unterscheiden sich die Songs eh nicht nach Sprachen. Sie stehen in einer typischen Roots Rock Tradition. Irgendwo zwischen Gun Club und den Flaming Stars, doch mit einer gewissen Luftigkeit, mehr Pop Appeal. Das macht sicher auch der häufige Einsatz von Vibraphon neben eher mit dem Besen gespielten Drums und gelegentlichem Klagen einer Trompete oder auch Harmonika. Keine Rockplatte also, obwohl die Zutaten eigentlich alle vorhanden sind. Wie auch der Bandname so viel weicher und lieblicher klingt, als auf Deutsch oder gar Englisch. Weder Viola noch Kristof singen schön im Sinne von makellos klar und sauber. Das macht aber überhaupt nichts. Ihre Stimmen passen wohltuend zu den Songs, deren Wirkung ebenfalls eher in ihrer Gebrochenheit und Beiläufigkeit besteht. Zwei erstaunlich eigenständig interpretierte Cover – Mr. Limpet von Thin White Ropes „In The Spanish Cave“ und Remake / Remodel von Roxy Musics Debütalbum – sind als willkommene Ergänzung zu den acht eigenen Songs zu hören. Eine LP, die nicht nur an langen Winterabenden für Entspannung und Unterhaltung sorgt. [[[[[


Glitterhouse

Les Hommes Sauvages

Playtime

Bislang mein erster sicherer Kandidat für die Jahres-Top Ten, Punkt. Was Christof „Justice“ Hahn (git, voc.), Partnerin Viola Limpet (git, voc., vibraphon) und ihre Mitstreiter auf ihrem ersten Album hinlegen, passt, Ton für Ton und Song für Song. Ehrlich gesagt, bin ich ohne große Erwartungshaltung in dieses Album gegangen, aber schon der Opener, „Blast of Silence“ ist schlicht klasse. Ein verhaltener Rocker, mit unwiderstehlichem Riff, unaufdringlichen, sich überlagernden Gitarren, beinahe geheimnisvoll anmutendem Vibraphon, dazu die Doppel-Lead Vocals Christof Hahn’s und Viola Limpit’s. Ein Song-gewordener Roadmovie, übrigens ein Element das diese Platte durchgängig auszeichnet. Walkabouts wenn sie den Rock in sich wieder entdecken würden (was sie auf ihrem nächsten Album auch tun werden, soviel sei verraten) kommt einem unwillkürlich in den Sinn und die ungeteilte Aufmerksamkeit haben sie sich damit schon verdient, um gleich mit einem gnadenlos guten Thin White Rope Cover („Mr. Limpit“) nachzulegen, das seinen hypnotischen Charakter auf einer unendlich weiten, relaxten Prairie a la Simon Bonney – Everywhere oder Gun Club – Miami zelebriert, Hut ab! Es folgt mit „Sandmann“ gleich ein weiterer Winner, das ebenfalls mit seinem dominanten Xylophon-Riff den Hörer völlig in seinen Bann zieht. Bei diesem ersten teilweise in Deutsch (und teilweise in Französisch) gesungenen Track wundert man sich in Nachhinein, wie harmonisch und unspektakulär auch unsere Sprache im Kontext „Rock“ funktionieren kann. Und es geht in der Qualität weiter, Rock, Blues, Americana, Chanson und Indie sind die Koordinaten, auf denen sich eine beeindruckende Band-Persönlichkeit entwickelt. Wer Nick Cave, Walkabouts, Simon Bonney mag, wird hier Geistesverwandtes entdecken. Daß Hahn früher bei den Swans und jetzt bei Hugo Race Gitarre spielt, Chris Spedding sein Saitenspiel zur Verfügung stellt, Drummer Thomas Wydler hauptberuflich für Nick Cave in den Bad Seeds zugange ist, soll hier keine „Namedropping“-Käufer anziehen, denn: zu gut ist das, was Les Hommes Sauvages hier servieren, und das mit einer singulären, schwer in Worte zu fassenden Distanz, Gleichmütigkeit (die auch Weisheit sein kann); jedenfalls durchzieht das ganze Album eine Gelassenheit im Vortrag (hervorragend unspektulär aber effizient Wydler, begeisternd in allen Facetten das oft in x-Spuren daherkommende Gitarrenspiel Hahn’s) , das die unmittelbar packenden Songs aufs Stärkste kontrastiert und so zu noch mehr monolithischer Wirkung erhebt.

Musikalische Faszination pur, ungefiltert, als CD in schönem Digipack, als LP in audiophilem, limitiertem 180 Gramm Vinyl (mit dem Roxy Music Cover „Remake/Remodel“ ein Bonus-Track), eine Platte, die man nicht mehr missen will. (lm)

„Im perfekten David Lynch Film wären Les Hommes Sauvages die Band on stage im Nightclub. Relaxed, ungehetzt und melodisch sind die Songs, mit einer Sensibilität für die Bedrohung, die immer in der Luft liegt.“ (Tip Berlin, Platte des Monats)


10.02.2005 17:58

Musikrundschau: Vermächtnis fetter Jahre

Neue Alben von Les Hommes Sauvages, Magnolia Electric Co, General Patton und der Handsome Boy Modeling School

LES HOMMES SAUVAGES
Playtime
(Rave Up: 01/ 596 96 50)

Daniel Brühl trägt in dem Film "Die fetten Jahre sind vorbei" ein T-Shirt von den Koolkings. Es war dies eine leider nur kurzlebige Band mit Alex Chilton und dem Berliner Christoph Hahn alias Justice Hahn. Das Vermächtnis der Koolkings hieß Shocked And Amazed und betörte durch einen verkaterten Existenzialisten-Rock und transatlantischen Country, der in einer gewagten Interpretation von Kraftwerks Autobahn gipfelte.

Nun hat Hahn Les Hommes Sauvages gegründet. Nachdem er die 90er an der Seite von Michael Gira von den Swans, verbracht hat, setzt er mit Playtime etwas gesünder dort an, wo die Koolkings aufgehört haben: Spätnächtliche Balladen treffen hier auf forcierten Rockabilly der Alan-Vega-Art.

Götterstimme Hahn croont sich durch die auch mit den Koolkings schon eingespielten Jahrhundertnummern Tears und Les Lettres. Thomas Wydler, bestens bekannt von den Bad Seeds, wischt dazu die notwendige Wehmut aus den Fellen, Chris Spedding - auch nicht niemand - greift kongenial in die Saiten und begleitet so das vielleicht am besten gehütete Geheimnis der deutschen Popmusik durch ein brillantes Werk, das Hahns Berliner Idiom prägt. Playtime soll demnächst eine Single folgen: Mit nicht minder begnadeten Coverversionen von Lee Hazlewood und Roxy Music. Live überzeugten Les Hommes Sauvages zuletzt in Wien - im Vorprogramm von Nick Cave.

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.2.2005)

Link zum Artikel: Musikrundschau: Vermächtnis fetter Jahre (Link:
http://derStandard.at/?id=1946942 )

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Haller Kreisblatt vom 12. September 2005

»Playtime« im Kulturbahnhof
»Les Hommes Sauvages« konzertierten und verzauberten Publikum

Borgholzhausen (ed). Ihre perfekt vorgetragenen Kompositionen verzauberten das
Borgholzhauserner Publikum im B3 in einer lauen Sommernacht.
Vier hervorragende Musiker gastierten im Kulturbahnhof: »Les Hommes Sauvages«
- das auf internationalem Parkett bekannte Quartett aus Berlin - bot handgemachten
»Rock’n’Roll noir« und spielte Songs aus ihrem aktuellen Repertoire »Playtime«.

Präzises Instrumenten-Tuning und ein akribischer Soundcheck gingen dem B3-Auftritt
der »Les Hommes Sauvages« voran. Es folgte ein heißes Konzert mit optimal angepassten
Lautstärken, einem gefälligen, absolut gehörrichtigen Mix, in dem die cool gekleidete Band
dem Borgholzhausener Publikum völlig stressfrei urbanen Rhythm ’n’ Blues »rockig« und
»rollig« und vor allem »noir« servierte.

Musikalischen Aufschlag auf dem bunt beleuchteten Centercourt des B3 hatten das legendäre
Gesangs- und Gitarrenduo Viola Limpet und Kristof Hahn. Mit von der klingenden Partie war
auch Adrian Hörcher - er zupfte erfolgreich »mit links« seinen 4-saitigen Bass. Außerdem:
Anthony Pieretti, ein exzellenter Schlagzeuger aus dem »Big Apple«, aus der Metropole
New York. Der Drummer bearbeitete einfühlsam mit Sticks, Besen und Filz die Trommelfelle
und lieferte der Band einen haargenauen Timecode.

In der vordersten Reihe zupften und »plektronisierten« Viola Limpet und Kristof Hahn
ihre elektronisch verstärkten Instrumente. Die saitenschwingende Harmonie zwischen ihrer
»halbakustischen« und seiner »soliden« Gitarre kombinierten die beiden mit Gesang in den
Stimmfarben Sopran und Tenor. Vokal bauten sie durch exakte Simultanität jene typische
Spannung auf, die von der ewig weiblich-männlichen Differenz berichtet und die in den Liedern
der »Les Hommes Sauvages« alternierend über Liebe und Einsamkeit erzählt.

Anglo-amerikanische, französische und deutsche Lyrik gibt den Songs des »Rock’n’Roll noir«
einen polyglotten Touch und der von der Berliner Formation angebotene musikalische
Pluralismus mit Stücken wie »Sandmann«, »Blast of Silence« und »Les Lettres« bot den offenen
Ohren des B3-Publikums einen ganz besonderen Reiz. Urplötzlich durchbrachen überraschende
Fingersätze des Lead-Gitarristen Kristof Hahn die »Schallmauer« und seine blitzschnellen Soli
mit lang anhaltendem Sustain verzauberten alle hörenden Herzen.

»Les Hommes Sauvages« präsentierten im B3 mit ihrem Programm »Playtime« eine durchaus
eigenständige musikalische Galaxie, eine tönende Milchstraße, die harmonisch um ein massives
schwarzes Loch, dem »Rock’n’Roll noir«, rotiert. Die kreativen Spiralarme der Band kreisen um
ein rhythmisch pulsierendes Zentrum und bilden gemeinsam ein wohlklingendes Universum.
Viel Spaß beim nächsten Umlauf!

Edwin Rekate
edwin.rekate@uni-bielefeld.de

musik.terrorverlag (19.09.2005)

Artist:  LES HOMMES SAUVAGES
Title:  Playtime
Homepage:  LES HOMMES SAUVAGES
Label:  EIGENPRODUKTION/ DISQUES SAUVAGES

Nach ihrer überzeugenden Show in der ostwestfälischen Provinz musste ich natürlich unbedingt noch das Album-Debüt der „wilden Menschen“ abgreifen, die sich bei persönlichem Kontakt als überaus kultiviert herausstellten. Jetzt zitiere ich mich mal kurz selbst: „Das Quartett besteht aus Viola Limpet (TUMBLING HEARTS) und Kristof Hahn (Ex-SWANS) sowie dem überaus renommierten Schlagzeuger Thomas Wydler (NICK CAVE & THE BAD SEEDS) und Adrian Hörcher am Bass.“ Dazu gesellten sich für die Aufnahmen illustre Studiomusiker wie beispielsweise Chris Spedding von ROXY MUSIC, die allesamt an dem Projekt namens „Rock `n` Roll Noir“ teilnahmen.

Aber was kann man sich überhaupt unter diesem wohlklingenden Genre vorstellen? Eine Mischung aus Arthouse Rock, Melancholie, Country und Blues, wie sie wohl nur aus den verrauchten Kneipen unserer Hauptstadt stammen kann, nicht umsonst ist auch das Cover „Cigarette“ von JACQUES HIGELIN enthalten. Fremdbearbeitungen mögen die „wilden Pommes“ sowieso gerne, so begann man mit dem KRAFTWERK-Klassiker „Autobahn“, der es auch aufgrund rechtlicher Probleme leider nicht auf die CD geschafft hat. Immerhin gibt es den Silberling überhaupt, denn ursprünglich war man gar nicht auf Tonkonserven aus, die unablässigen Bitten verzweifelter Fans führten dann aber zu dieser Eigenproduktion :) Dabei hört man übrigens die Vorliebe für analoge Aufnahmetechniken ganz deutlich heraus, das ganze klingt warm und wohlgefühlig, manch einer würde auch das böse Wort „retro“ benutzen. Ansonsten gibt man sich auf „Playtime“ variabel, was Stil, Gesang und Sprache angeht. In Englisch, Französisch und Deutsch verzaubern die gemischtgeschlechtlichen Vocals, wobei mir gerade die beiden sehr melancholischen Germano-Stücke „Sandmann“ und „Regenland“ zusagen, die man gut in einer verregneten Nacht nach einem verpatzten Rendezvous konsumieren kann. Andernorts regieren schon mal der MADRUGADA Rock wie beim Opener „Blast of Silence“ oder auch Countryklänge, siehe das THIN WHITE ROPE-Cover „Mr. Limpet“, welches man sicherlich Viola gewidmet hat.

Eine bezaubernde, ungewöhnliche und gleichermaßen eruptive wie intime Atmosphäre bauen die erfahrenen „Haudegen“ mit ihrer leisen Rockrundreise auf und beweisen somit aufs Vorzüglichste, dass es ein Leben neben dem neuen Deutschen Mädchen Rock gibt... Am 15.10. hat VL Geburtstag, kommt alle nach Berlin, um live mit ihr abzufeiern!
TK


civ, Graz, 12.09.2005
text by: chus ei rait'r

Les Hommes Sauvages - "Playtime"

Les Hommes Sauvages, бенд од Берлин, кои со својот концерт во Виенскиот клуб Chelsea, пред многу време ме оставија подзинат!!! Можда падна и по некоја лига незнам!!! Ако некој од вас сака и почитува музика како Calexico, The Bambi Mollesters, Nick Cave, John Spencer, сурф рок со гитари кои гребат, ама вистински гребат тоа се Les Hommes Sauvages! Воедно добивате лудило машки глас, а богами уште поубав женски вокал.

дот се состои од квалитетни музичари, кои веќе подолго време се присутни на музичката сцена. Фронтмен на бендот е: Kristof Hahn, можеби некој од вас го познава од Angels of Light (супер бенд btw). Бубњарот е поранешниот бубњар на Nick Cave & The Bad Seeds, Thomas Wydler. Другите членови се Yoyo Röhm, кој исклучиво свири на Контрабас и прекрасниот женски вокал Viola Limpet.
иот единствен албум "Playtime", кој излезе при крајот на 2004, а својата промоција и слава, главно во земјите од германско говорно подрачје, ја доживеа во почетокот на 2005. На овој албум, кој е излезен и како CD и како LP, се наоѓаат песни на повеќе јазици, германски, англиски и француски!! На пример самата песна el cigarete (мене ми е favorite) е изведена на повеќе јазици што ја прави да биде уште поубава и поинтересна!!

еден супер сурф рок бенд со супер гитари!!!

Glitterhouse

VÖ: 07.12.2007

Format: CD

Les Hommes Sauvages
Trafic

Prall-prächtiges 2007er Werk des Duos Viola Limpet und Kristof Hahn. Von zwei omnipräsenten, knarzig-twangenden E-Gitarren bestimmtes Rock’n’Roll-Album zwischen atemlosem Hetzen und sonniger Ruhe, zwischen treibend-knochentrockenem Rock, federleichtem Indie-Pop und charmant-frankophiler Wärme. Über allem schwebt die wunderbar weiche Stimme Violas, die in englisch, deutsch oder französisch gleichermaßen berührt, mitreisst, besänftigt. Neben den in allen Klangfarben leuchtenden E-Gitarren sorgen Bass, Kontrabass und Schlagwerk für ein vielfältiges Rhythmusgerüst, Akkordeon, Trompete und Pedal Steel schenken glänzende Streilichter. Reichhaltig, rockig, romantisch und gut. (cpa)