LES HOMMES SAUVAGES - Trafic

Artist: LES HOMMES SAUVAGES
Title: Trafic
Homepage: LES HOMMES SAUVAGES
Label: DISQUES SAUVAGES

LES HOMMES SAVAGES (Die wilden Menschen) ist der Name eines Rasierwassers und einer Berliner Combo, die 1999 vom ehemaligen SWANS-Gitarristen Kristof Hahn und der TUMBLING HEARTS-Sängerin Viola Limpet gegründet wurde. Ihnen schloss sich noch der NICK CAVE-Schlagzeuger Thomas Wydler an und gemeinsam mit zahlreichen Gastmusikern entstand später das Debüt „Playtime“, dem im vergangenen Jahr die Langrille „Trafic“ folgte.

Die auf deutsch, englisch und französisch vorgetragenen Texte der zehn Songs handeln vom Dschungel der Zivilisation, durch den LES HOMMES SAUVAGES sich nach Aussage von Gitarrist und Sänger Kristof jagend und sammelnd bewegen. Musikalisch bedienen die Hauptstädter sich eines gelungenen Mixes aus Rock ’N’ Roll, Pop und Chanson. So startet der Titelsong „Trafic“ als swingende Surfgitarrennummer, der mit „Bullet In My Pocket“ ein frisches Rock ’N’ Roll-Duett von Frau Limpet und Herrn Hahn folgt, die kongeniale Begleitung von Thomas Fricke an der Pedal Steel Guitar erfahren. Bei „In My Room“ zieht das Tempo noch mal an und herrscht eine wunderbar hypnotische Stimmung, die auch „Contente“ aufrecht erhält. Diesmal jedoch auf gemächlichere Weise und sprachlich perfekt mit dem französischen Text umgesetzt. Fast auf Zeitlupen-Niveau präsentiert sich das deutschsprachige „Stern an Stern“. Dass hier keine Langeweile aufkommt, liegt zum einen an Violas Sangeskunst und zum anderen an der wundervoll getragenen Saitenarbeit der Gitarren und Bässe. Bei „Trois Jours“ seien besonders die Drummer Thomas Wydler und Tobi Dammit erwähnt, die wesentlich zum lasziven Ausdruck des Songs beitragen. Derweil verbreitet „Le Matin“ gute Laune, die auch „Im Park“ mit unterschwelligen Country-Elementen erhalten bleibt. „Gallionsfigur“ gefällt mit Martin Klingebergs trauriger Trompete und erklärt den Begriff „Rock’N’Roll Noir“, mit dem der LES HOMMES SAUVAGES-Musikstil vielleicht am besten zu bezeichnen ist. Bleibt noch das SERGE GAINSBOURG-Cover „Je Suis Venu Te Dire“, welches für einen angenehm getragenen, abermals im Duett vorgetragenen Ausklang sorgt.

Wild im eigentlichen Sinne geht es bei LES HOMMES SAUVAGES sicher nicht zur Sache. Trotzdem versprühen die Songs jede Menge Energie - der beste Beweis, dass einem eine gewisse Wildheit auch in einer eher leisen und melancholischen Spielart begegnen kann. Perfekt!

ump (26.01.2008)